Gesunde Füße bei Kindern

Gesunde Füße

beginnen bei den Kleinsten...

Der Fuß - die Basis

Fuß gut, alles gut... so leicht ist es natürlich nicht. Dennoch ist auf die gesunde Entwicklung der Fußmuskulatur und die Vermeidung von Fehlstellungen besonderer Wert zu legen. Denn eine stabile und gesunde Grundkonstitution schlägt sich bis ins Erwachsenenalter positiv nieder. Leider trifft aber auch der Umkehrschluss zu, weshalb es sich lohnt, sich frühzeitig Gedanken darüber zu machen, wie sich die noch kleinen Kinderfüße ungehemmt und gut entwickeln können.

Unsere Füße sollen uns durch das ganze Leben tragen. Das ist bekannt und diese kleine Weisheit trotz ihrer Wahrheit etwas abgenutzt. Trotz alarmierender Zahlen hinsichtlich der Fehlstellungen und schmerzhafter Probleme ist das Interesse an der Fußgesundheit eher gering.

Auf dem Fuß lastet unser gesamte Körpergewicht. Hier wird die Basis für die Statik des Körpers gelegt und die gesamte Haltung mitbestimmt. Eine Vielzahl von Beschwerden an den Knien, der Hüfte und dem Rücken gehen von Fehlhaltungen der Füße aus. Umgekehrt lassen sich viele Schwierigkeiten aber auch von Beginn an vermeiden, wenn den so oft so sträflich vernachlässigten Füßen mehr Aufmerksamkeit geschenkt wird. Dies beginnt bereits in der frühen Kindheit. Spezialisten werten die ersten Lebensjahre aufgrund des rasant voranschreitenden Wachstums der Füße sogar als entscheidend für die Entwicklung des gesunden Fußes.

So sehen gesunde Babyfüße ausDer Kinderfuß ist noch sehr beweglich und weich. Erst durch das Laufen selbst entwickelt sich die Muskulatur der Beine und der Füße. Der Babyfuß an sich ist zumeist noch leicht nach Innen gebogen, mit einer schützenden Fettschicht überzogen und eher platt. Dies ist normal und kein Anzeichen einer Fehlstellung oder Grund zur Besorgnis. Diese O-Bein-Haltung der ersten Lebensmonaten und eine Knickfußstellung wandelt sich mit den ersten Gehversuchen. Die kompakte Körperbau des Kleinkinds und die breitbeinige Stellung sind für dafür sogar gut geeignet, da sie Stabilität bieten. Nun entwickelt sich die Beinmuskulatur und die Streckung der Bänder und Sehnen geht von statten. Nicht selten ziehen sich in der Folge die kleinen Beine zu so genannten X-Beinen zusammen. Im Laufe der ersten rund zehn Lebensjahre verschwindet aber auch diese Beinstellung hin zur geraden Form

Um die gesunde Entwicklung zu unterstützen sollte den Füßen eine gewisse Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dies passiert zum einen obligatorisch bei den Vorsorgeuntersuchungen, aber auch später ist es ratsam, die Füße nicht ganz aus den Augen zu verlieren – auch bei Teenagern. Das Barfuß-Laufen ist in der Tat förderlich, aber nicht immer angezeigt und kein Allheilmittel. Grundsätzlich hilf es zunächst, wenn die Kinder Ihre Füße so viel wie möglich benutzen sollten! Barfuß auf dem Sofa liegen und fernsehen ist für die Entwicklung der Füße nicht gerade förderlich. Aktivität ist hier der Schlüssel zur gesunden Entwicklung. Natürlich ist auch auf das Schuhwerk speziell zu achten – und dies nicht nur bei Straßenschuhen, sondern auch bei Hausschuhen. Auf Absätze sollte grundsätzlich verzichtet werden. Eine ebenfalls zentraler Punkt ist die Größe und Breite des Schuhwerks. Die in der Kindheit noch äußerst formbaren Füße passen sich schnell einem eigentlich nicht passenden Schuh an, werden dabei aber zusammengeschoben und die Auswirkungen auf die Fußstellung und die Körperhaltung münden später oft in Schmerzen und gesundheitlichen Problemen, wie auch die Bundesärztekammer festhält..

Schadstoffe und Größendifferenzen

Die Zeitschrift Öko-Test stellte im Frühjahr 2016 Kinderhausschuhe auf den Prüfstand. Die Ergebnisse waren durchwachsen und auf den ersten Blick alles andere als erfreulich. Doch wie sind die Testergebnisse zu beurteilen? Wir haben bei den Herstellern nachgehakt.

Kinder wollen sich bewegen, spielen, toben und laufen. Doch das geht nicht immer barfuß. In ihrer April-Ausgabe 2016 ging die Zeitschrift Öko-Test insgesamt 14 Paar Kinderhausschuhe unter die Lupe genommen. Die Ergebnisse scheinen auf den ersten Blick ernüchternd. Nur ein Paar, die Nanga Klette 06, erhielt das Gesamturteil „sehr gut“, die Haflinger Slipper „Joschi“ wurden mit „gut“ benotet. Alle weiteren Testpaare schnitten deutlich schlechter ab. Darunter auch die Kinderhüttenschuhe ꞌKempten Elefantꞌ vom österreichischen Schuhhersteller Giesswein.

„Das veröffentlichte Testresultat können wir nicht ohne weiteres akzeptieren, denn darin wird eines unserer Modelle mit dem Gesamturteil „ausreichend“ bewertet. Eine Belastung mit den getesteten Schadstoffen bei der Produktion Be- und Verarbeitung in unserem Unternehmen schließen wir dezidiert aus“, bezieht Giesswein Stellung zu dem Test. „Der Kinderhausschuh „Kempten“ ist ein hochwertiger Hüttenschuh. Für unsere Produkte verwenden wir ausschließlich Naturmaterialien und sind permanent bestrebt, Inhaltsstoffe in unseren Produkten durch die Wahl der Materialien und Produktionsmethoden zu vermeiden.“ Trotzdem begrüßt man bei Giesswein entsprechende Tests von unabhängigen Instanzen und lässt seine Produkte selbst regelmäßig von unabhängigen Instituten nach Richtlinien der Spielzeugverordnung testen.

Kritisch betrachtet werden muss der Vergleich von Öko-Test laut Giesswein zudem, da „die Materialien der getesteten Kinderhausschuhe unterschiedlich sind (Baumwolle, Schurwolle...) und aus diesem Grunde kein eindeutiger Vergleich der Stichproben in der Qualität hinsichtlich der Gesamtbewertung gegeben sein kann. Abgesehen davon sollen die Endverbraucher auch darüber informiert werden, ob bestimmte Werte, die gemessen wurden, tatsächlich schadhaft sein können.“

Nicht nur Nachteile
Ob im Kindergarten oder in der Schule – in den meisten Einrichtungen ist das Tragen von Hausschuhen heutzutage Pflicht. Ein Umstand, den der Öko-Test-Bericht kritisch beleuchtet. So wurden zu Recht störende Faktoren beim Spielen und die gesunde Entwicklung des Kinderfußes angesprochen. Ebenfalls nicht ohne Grund wurden aber auch Fragen der Hygiene thematisiert, welche belegen, wieso diese Hausschuhpflicht besteht. Eine nicht unberechtigte Angst vor Erkältungen spielt hier ebenfalls eine Rolle. Dies allein offenbart die Sensibilität der Grundsatzfrage, ob Hausschuhe im Kindergarten oder der Schule überhaupt nötig sind.

Umso wichtiger ist es, dass die Kinderhausschuhe den Ansprüchen gerecht werden, die an sie zu stellen sind. Der noch zarte Kinderfuß benötigt Unterstützung, ohne dass der sich noch entwickelnden Haltungsapparat eingeengt wird. So sollte ein Kinderhausschuh nicht nur praktisch, wärmend und atmungsaktiv sein, sondern auch flexibel. Er soll weder beim Spielen stören, noch sollte es zu kompliziert sein, ihn an- und auszuziehen. Der Wachstumsphase ist also ebenso Tribut zu zollen, wie dem Tatendrang der Kinder und den wichtigen Überlegungen zur Hygiene und der Vermeidung von Erkältungen. Wie so oft muss deshalb ein bestmöglicher Kompromiss gefunden werden.

Hier kommt es zunächst darauf an bei der Auswahl der Schuhe auf die Größe zu achten. Denn auch dieses förderte der Test zu Tage: Die Hälfte der getesteten Schuhe fielen in der Realität eine Nummer kleiner aus. Achten Sie deshalb speziell beim Onlinekauf darauf, dass die Shops Ihnen Informationen zur Passform bereitstellen oder eine Servicenummer angegeben ist, unter der man sich gezielt zu den ausgewählten Modellen beraten lassen kann!